Im Sommersemester 2017:


Augmented Reality


Dienstag von 14 bis 16 Uhr in Raum AH-217/218

Aktuelle Augmented Reality-Applikationen versprechen die scheinbar nahtlose Überlagerung des Wahrnehmungsraumes mit digital generierten Elementen. Damit es überhaupt zu dieser Überlagerung kommen kann, bedarf es jedoch gewisser technischer Voraussetzungen: Im Fall von positionsbezogenen Anwendungen muss das Interface zumindest die eigene GPS-Position kennen, komplexere Anwendungen, die etwa digitale Elemente auf physischen Oberflächen platzieren, kommen nicht ohne eine möglichst präzise Vermessung des die AnwenderIn umgebenden Raumes aus. Der Anzeige der Elemente auf dem Display ist also einerseits ein Prozess der Lokalisation, der Positionsbestimmung innerhalb des physischen Raumes vorgelagert, andererseits seine digitale Modellierung bzw. Kartierung.
Vor diesem Hintergrund soll es Ziel der Veranstaltung sein, einen Überblick über die rezente Forschung im Bereich der Mixed Reality-Interfaces geben. Das Lektüreseminar fokussiert dabei zum einen auf die bereits beschriebene Rolle von Sensor- und Kartierungstechnik im Kontext von Augmented Reality-Anwendungen und andererseits auf die durch sie erst hervorgebrachten hybriden Raumformen. Der über die Sensortechnik erzeugte ständige Bezug auf die physische Beschaffenheit des Raumes und der in der Wahrnehmung nahtlos erscheinende Übergang von physischen zu digitalen Objekten stellen dabei die Dichotomie zwischen Realem und Virtuellem in Frage – ob die Rede von ‚augmentierter‘, d.h. aufgewerteter Realität überhaupt zutreffend ist und welche alternativen Beschreibungsmodelle es gibt, soll daher im Laufe des Seminars diskutiert werden.
Als Studienleistung ist ein Referat vorgesehen, die Prüfungsleistung wird in der Verschriftlichung des Referatsthemas bestehen.

Im Wintersemester 2016/17:


Medienprojekt im Bereich Fernsehproduktion


Donnerstag 16.30 bis 19.00 im WDR-Studio

Das Projekt im Bereich Fernsehproduktion findet mit 4 SWS einsemestrig statt. Im Rahmen des Kurses erstellen die Studierenden in Gruppen eigene Beiträge und konzipieren gemeinschaftlich ein TV-Format, das am Ende des Semesters im ZIMT-Studio aufgezeichnet wird. Hierzu finden regelmäßige Einzeltermine im Studio des WDR statt. Nach einer anfänglichen Gruppenbildung (in 3er-Teams) werden die Regeln der TV-Beitragsgestaltung erlernt und die Grundlagen der Sendeplanung vermittelt. Es erfolgt bis Dezember die Umsetzung (Dreh/Schnitt) der jeweiligen Beiträge, die dann im Januar in einer Sendung „gefahren“ werden.


playin’siegen 17 – Festivalorganisation und Begleitforschung


Diverse Blocktermine an Freitagen und Samstagen

In den letzten 10-15 Jahren entstanden weltweit ca. 30 Spielefestivals, wie z.B. „Come Out and Play“ (NY / SF, USA), „Counterplay“ (Aarhus, DK), „Plaython“ (Athen, GR), oder „w00t“ (Kopenhagen, DK). 2015 hat sich „playin‘ siegen“ in die Liste der weltweiten Spielefestivals erfolgreich eingereiht und wird in 2017 fortgeführt.
Playin‘ siegen entsteht in der Zeit von Oktober bis Mai zum zweiten Mal in Siegen. Am Ende des Seminars haben die Studierenden das Festival geplant, organisiert und erfolgreich durchgeführt. Ein weiteres Seminarziel ist die gemeinsame Erstellung eines Handbuchs zur Organisation eines internationalen Spielefestivals wie auch ein individueller Erlebnisbericht.
Voraussetzung für die Seminarteilnahme ist eine Anwesenheit und Mitwirkung am Festival (5.-7. Mai 2017) und Zeitressourcen für die vorlesungsfreie Zeit (März-Mai 2017), insbesondere in der Woche vor dem Festival. Die Termine in der vorlesungsfreien Zeit werden individuell und nach Organisations-Bedarf abgesprochen.


Masterkolloquium


Freitag und Samstag, den 21./22. Oktober, Treffpunkt: AR-K 601

Ausgangspunkt jeder wissenschaftlichen Arbeit ist die Wahl eines geeigneten Themas. Diese Themenwahl ist von entscheidender Bedeutung, weil sie später nicht oder nur schwer korrigiert werden kann. Dieses Seminar soll Ihnen helfen, ein geeignetes Thema für die Masterarbeit auszuwählen und einzugrenzen.
Die Veranstaltung findet im Rahmen eines Walking-Seminars statt. Bitte bringen Sie daher gutes Schuhwerk und ggf. regensichere Kleidung mit. Wir wandern zur Wasserburg nach Netphen-Hainchen (15 km) und zurück und übernachten dort vom 21. auf den 22. Oktober in der Tagungs- und Begegnungsstätte.


Ringvorlesung Locating Media: Place is the Space is the Place


Dienstag 14 bis 16 Uhr in Raum AR-A 1011

Unter dem Motto „Place ist he Space is the Place“ werden in dieser Ringvorlesung die orts- und situationsbezogenen Fallstudien der Kollegiatinnen und Kollegiaten des DFG-Graduiertenkollegs „Locating Media“ vorgestellt. Die Ringvorlesung liefert einen Einblick in die Bandbreite der Forschungsprojekte, die sich im Graduiertenkolleg mit den Interdependenzen von Raum und Ort beschäftigen und im Umfeld der Medien- und Sozialforschung angesiedelt sind. Im Rahmen der Ringvorlesung können Studien- und Prüfungsleistungspunkte erbracht werden.

Im Sommersemester 2016:


Aktuelle Medientheorien


Dienstag 10 bis 12 Uhr in Raum AR-K 613

In diesem MA-Seminar gewinnen Sie einen Einblick in aktuelle medientheoretische Diskurse. Anhand neuester Publikationen und noch unveröffentlichter Studien werden wir uns vor allem mit dem Potential einer praxeologischen Medientheorie befassen. Dazu werden Texte von Harold Garfinkel, Michael Lynch, David Ribes, Susan Schmidt-Horning und Thomas Haigh gelesen und diskutiert. Zugleich werden wir uns in diesem Seminar mit den Gemeinsamkeiten, Divergenzen und Kontroversen einer Medientheorie befassen, die an der Schnittstelle zwischen der Medienwissenschaft und den Science and Technology Studies angesiedelt ist. Dazu werden kontrastiv klassische Medientheoretiker wie Byung-Chun Han, Peter Geimer, Martin Seel, Bernd Stiegler, Joseph Vogl, Lambert Wiesing, aber auch Sozialtheoretiker wie Dirk Baecker und Hartmut Rosa auf Grundlage ihrer aktuellen Veröffentlichungen einer kritischen Revision unterzogen.

Den Seminarplan und die Literatur zum Kurs finden Sie hier.


Aeronautic Media: Kulturgeschichte und Kulturtechniken fliegender Kameras


Donnerstag 10 bis 12 Uhr in Raum AR-A 1001

Das Seminar vermittelt Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens und Grundkenntnisse der Medienwissenschaft in den Bereichen Medienanalyse, Medientheorie und Mediengeschichte:
Medientheorie ist ein Forschungsgebiet, das sich mit der Begriffs- und Wesensbestimmung (der sogenannten Spezifik) der Medien befasst. Im Seminar werden Grundbegriffe und Methoden zentraler Medientheorien erarbeitet. Wir lernen anhand ausgewählter Texte die wichtigsten Medientheoretiker kennen: u.a. Walter Benjamin und Bruno Latour.
Mediengeschichte als Teilbereich der Kultur- und Technikgeschichte beschreibt medial bedingte Veränderungen der Wahrnehmung und Kommunikation. Im Seminar werden Prozesse der Mediengeschichte auf der Ebene von Produktion, Distribution und Rezeption vermittelt. Mediengeschichte wird im Seminar – mittels exemplarischer Mediendispositive – im Überblick von den Anfängen bis ins frühe 21. Jahrhundert nachgezeichnet: von sprachbasierten über technische (Massen-)Medien bis hin zu digitale Medien.
Seminarziel: Die Studierenden lernen medientheoretische Begriffe und unterschiedliche Medientheorien kennen; sie gewinnen einen Überblick über grundlegende medienhistorische Epochen und Methoden. Nach Abschluss des Seminars ist man mit den Grundlagen des wissenschaftlichen Schreibens, Recherchierens und Zitierens vertraut und in der Lage, eine medienwissenschaftliche Hausarbeit zu verfassen.

Den Seminarplan und die Literatur zum Kurs finden Sie hier.


Einführung in die Medienwissenschaft


Dienstag 14 bis 16 Uhr in Raum AR-K 601

Anhand historischer Beispiele und aktueller Fallstudien untersucht dieses Seminar, wie das Fliegen zum eigentlichen Mittel des Sehens und Film zum eigentlichen Mittel des Fliegens wurde. Ausgehend von operativen Erkundungen im Kriegseinsatz wird mit Hilfe der Medientheorie Paul Virilios und einschlägigen Studien der Science and Technology Studies die kulturtechnische „Logistik der Wahrnehmung“ nachgezeichnet: ausgehend von der Ballonbeobachtung Ende des 18. Jahrhunderts bis zu Kamera-Drohnen heute. Im Zentrum des Seminars steht dabei die Frage, inwiefern die Kulturgeschichte fliegender Kameras im ästhetischen und epistemischen Austausch mit der Sozial- und Technikgeschichte der Wetter-/Erdbeobachtung, Landvermessung und Echtzeitkartographie steht. Im Rahmen einer empirischen Exploration werden wir zudem die Grunddeterminanten der ActionCam- und Drohnen-Interaktion analytisch zugänglich machen, um dadurch Hinweise für eine praxeologische Mediengeschichte aeronautischer Stand- und Messbilder zu gewinnen.

Den Seminarplan und die Literatur zum Kurs finden Sie hier.


Mobile Ethnographie: Methoden des Dokumentarischen


Interdisziplinäres Projekt im MA-Studiengang „Medien und Gesellschaft“
Blockseminar in Raum AR-K 612

Das Projekt „Mobile Ethnographie: Methoden des Dokumentarischen“ zielt auf die Bildung und Vertiefung interdisziplinärer Kompetenzen im Bereich der ethnographischen Feldforschung. Anhand praktischer Übungen vermittelt das Projekt Recherchemethoden, Übungen zur Interviewtechnik mit Kamera und Ton, Methoden der dokumentarischen Kameraarbeit sowie Methoden des Life Logging und Participatory Sensing. Auf diese Weise besteht die Möglichkeit, im Rahmen eines Mixed-Methods-Ansatzes digitale und ethnographische Methoden miteinander zu verbinden und für die eigene Forschung einzusetzen, bspw. im Rahmen einer Oral History oder Mobile Life Study. Das konkrete Projekt besteht in der Analyse, Dokumentation und Erforschung von familiären Situationen und Geschichten, die sich die Studierenden frei auswählen. Es wird Gelegenheit geboten, eine Fragestellung/Thema für eine wissenschaftliche Beobachtung bzw. Kurzdokumentation zu recherchieren, konzipieren und umzusetzen. Die Forschungs- und Entwicklungsaufgabe besteht in einem Beitrag zur Methodenentwicklung oder einer wissenschaftlichen/filmischen Beobachtung von Familiensituationen.

Den Seminarplan und die Literatur zum Kurs finden Sie hier.


Katastrophen im Film


Donnerstag 14 bis 16 Uhr in Raum AR-K 601

Aus dem Griechischen stammend, meint „Katastrophe“ eine „Wendung“ (strophé) „herab“ (katá), einen Umsturz oder gar Untergang, also etwas, das Verderben bringt. Katastrophen sind fest im Mythenkanon verankert: Denken Sie nur an Kassandra, Poseidon oder – dann im biblischen Mythos – den einstürzenden Turm zu Babel. Hüten sollten wir uns davor, den Begriff aufzuweichen, wie es im Journalismus üblich ist, der in jedwedem Unglück und Unfall gleich die Katastrophe wittert.
Im Kino sind Katastrophen so alt wie die Filmgeschichte selbst: Georges Méliès lässt schon 1902 einen Vulkan Feuer speien, und im Slapstickfilm haben Buster Keaton (The General), Charlie Chaplin und andere eine anarchische Freude an der Destruktion der (filmischen) Kulissen und Aufbauten, dem Kollaps der Maschinen und Apparate. Verfügt doch der Film über besondere Verfahren und (Trick-)Techniken, ab den 1990er Jahren dann digital enorm aufgerüstet, Katastrophen zu inszenieren – was der Filmwissenschaftler Tom Gunning als „Kino der Attraktionen“ bezeichnet. Durchaus gab es, etwa in den 1970er Jahren und zum Jahrtausendende, Konjunkturen des Katastrophenfilms, der die Schaulust am ,Negativ Erhabenen’ bedient, am Sensationellen und Überwältigenden, und so einem Spektakel der Sinne frönt. In kathartischen Materialschlachten entfesselt er die von Sigmund Freud beschriebene Angstlust und liefert uns dadurch Stoff für die Entzifferung des „kollektiven Unbewussten“. Häufig wird dabei, amalgamiert mit dem Science-Fiction-Genre, die Katastrophe in die Zukunft verlagert (vgl. Eva Horn: Zukunft als Katastrophe, Frankfurt a.M. 2014), wo dann am Day After Terminatoren und letzte Menschen ums Überleben kämpfen.
Im Seminar unterscheiden wir zwischen menschengemachten Katastrophen (Flugzeugabstürze, Havarien) und sog. Naturkatastrophen (Erdbeben, Sturmfluten), der „Pranke der Natur“ also (Alexander Kluge), wobei es bekanntlich zunehmend schwerer fällt, zwischen beiden eine klare Trennlinie zu ziehen… Während Katastrophen im Film geradewegs dazu einladen, konservative, ja puritanische Werte, Muster und Hollywood-Klischees variationsarm zu transportieren (der männliche Retter, die orientierungslose Frau), gab und gibt es immer auch Filme, die solche Stereotypen ironisiert (Kubricks Dr. Seltsam) oder sozialkritisch umgebrochen haben (Altmans Short Cuts), und diese Filme sind es, denen wir im Seminar ein besonderes Interesse schenken wollen.
Das MA-Seminar geht über strikte Filmanalysen hinaus, indem es theoretische Konzepte aus den Science and Technology Studies einbezieht.

Den Seminarplan und die Literatur zum Kurs finden Sie hier.